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Interview mit Ichhelfe.jetzt


Wer seid Ihr? Stellt Euch doch bitte kurz vor!
HI! Das Portal ichhelfe.jetzt strebt an, die Versorgung von Geflüchteten zu verbessern. Dabei versteht es sich als Vermittler zwischen Hilfsorganisationen und Menschen, die sich zur Verbesserung der Versorgung von Geflüchteten freiwillig einbringen möchten. Auf ichhelfe.jetzt werden online Sach-­ und Zeitspendenangebote von freiwilligen Helfern registriert. Auf diese Spendenangebote können registrierte Hilfsorganisationen und ­Netzwerke, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, anschließend zugreifen. So kann Hilfe optimal eingesetzt werden – und zwar dort, wo sie am Dringendsten benötigt wird.

Wie ist die Idee zur Organisation entstanden, was hat den Ausschlag gegeben?
Die Website ichhelfe.jetzt wurde im August 2015 von den Dresdner Ärzten und Sozialunternehmern Johannes und Anja Bittner ins Leben gerufen. Ursprünglich wollten sich Johannes und Anja auf medizinischen Gebiet während der Flüchtlingskrise mit einbringen - dabei stellten sie jedoch fest, dass sie mit ihren Erfahrungen in der Gründung von sozial-wirkungsorientierten Projekten einen grössen Einfluss auf das Geschehen nehmen können. Inzwischen ist der gemeinnützige Verein “Dresden – Place to be e.V.” Träger des Projekts.

Wie kann sich jeder Einzelne einbringen?
Der Vorteil von ichhelfe.jetzt besteht vor allem darin, dass die Vermittlung von Spenden für Spender und Hilfsorganisationen deutlich vereinfacht wird. So muss der Spender nicht selber suchen, wo sein Angebot wirklich benötigt wird, sondern kann sein Spendenangebot bequem von zu Hause aus eintragen.
Auch den Hilfsorganisationen wird viel Arbeit abgenommen, wenn beispielsweise nicht benötigte Spenden gar nicht erst bei ihnen im Lager landen. Außerdem können sie mit ichhelfe.jetzt genau nach der Hilfe suchen, die gerade benötigt wird. So kann gezielt Bedarf und Angebot koordiniert werden.

Gibt es Momente, die Euch im Gedächtnis bleiben? Wenn ja, welche?
Da gibt es einige. :) Kurz nachdem ichhelfe.jetzt ins Leben gerufen wurde, erhielten wir große mediale Aufmerksamkeit. So berichteten u.a. der MDR, die Tagesschau und nTV über unsere Plattform. Das hat uns natürlich sehr gefreut und steuerte dem Wachstum unserer Seite bei. Auch die Unterstützung von Til Schweiger und der Til Schweiger Foundation öffentlich zu erhalten war ein toller Moment.

Aber auch alltägliche Augenblicke machen immer wieder Spaß. Zum Beispiel unsere abendlichen Team-Meetings, Workshops und Launch-Parties. Da der Grossteil unseres Teams auf ehrenamtlicher Basis arbeitet sind zeitigere Treffen nicht möglich. Uns stört das aber wenig - eben wie ein typisches Start-Up - ichhelfe.jetzt schläft (fast) nie. :)
Besonders spannend wird es, wenn wir neue Produkt-Features raus bringen. Wir wollen ichhelfe.jetzt so nützlich wie möglich für unsere Helfer und Hilfsorganisationen gestalten und Verbessungsvorschäge und Neuerungen mit einzubauen, gehört da einfach dazu. Neuen Code live zu schalten ist jedoch eine aufregende Angelegenheit - manchmal kommen wir schon ins Schwitzen und fragen uns ob s alles reibungslos verläuft und gut angenommen wird. Über Feedback danach freuen wir uns deshalb immer sehr.

Was sind Eure schönsten Momente?
Wir haben ein System, das uns informiert, wenn sich neue Helfer oder Hilfsorganisationen anmelden oder Hilfe in Anspruch genommen wird. Wenn wir tägliche mehrere Nachrichten bekommen, ist das für uns das Schönste - denn es zeigt, dass ichhelfe.jetzt in Anspruch genommen wird und unsere Mission, für eine bessere Versorgung von Geflüchten zu sorgen, funktioniert.

Welche Herausforderungen seht Ihr am deutlichsten? Wie begegnen wir ihnen am besten?
Seit der Gründung im August 2015 haben wir inzwischen deutschlandweit 27.000 Spendenangebote und über 120 registrierte Hilfsorganisationen verzeichnen können. Jedoch waren wir Ende des Jahres mit unserem Erfolg weniger zufrieden, denn viele Hilfsangebote blieben ungenutzt. Aus den Fehlern haben wir gelernt und Veränderungen vorangetrieben.

Anfang des Jahres startete unser Team z. B. eine Offensive in Richtung Hilfsorganisationen. Die Ziele waren dabei klar abgesteckt: In Zukunft sollte der Großteil der Spenden abgerufen werden, und mehr Hilfsorganisationen die Plattform regelmäßig nutzen. Dazu wurde im März die Such- und Anfragemaske komplett überarbeitet. Spendenangebote werden nun Umkreis-basiert dargestellt und nach Entfernung zum jeweiligen Standort sortiert. Zusätzlich können die Spenden jetzt leichter und deutlich schneller angefordert werden.

Natürlich gibt es zahlreiche weitere Ideen: So wird schon an der verbesserten Verwaltung von angeforderten Spenden, der Einrichtung von Suchaufträgen und der Optimierung des passwortgeschützten Bereichs für die Nutzung per Smartphone und Tablet gearbeitet.

Neben den Verbesserungen an der Plattform sucht das Team von ichhelfe.jetzt aber auch verstärkt den engen Austausch mit den verschiedensten Hilfsorganisationen. Hier gilt es, Abläufe besser zu verstehen, die unterschiedlichen Anforderungen an die Plattform kennenzulernen und ein persönliches Feedback einzuholen. 2015 haben wir bereits sehr gute Erfahrungen mit der Stadt Bensheim sammeln können - unseren Fallbericht könnt ihr dazu hier einsehen. Als nächste Leuchtturm-Projekt-Region haben wir Anfang 2016 den Raum Dresden ausgesucht. Die enge Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen erhöhte in den letzten Monaten bereits die Abfrage-Rate für den Raum Dresden, worüber wir uns natürlich sehr freuen.

Gibt es Überlegungen in Zukunft Euer Netzwerk und Portal auch für andere Zwecke zu nutzen? Zum Beispiel Hilfsangebote bei einem etwaigen Hochwasser zu koordinieren?
Langfristig soll aus ichhelfe.jetzt eine bundesweite Helfer­Datenbank entstehen, aus der in Krisensituationen rasch eine große Helferzahl rekrutiert werden kann. Mehr können wir leider dazu noch nicht Teilen - aber 2017 wird für ichhelfe.jetzt hoffentlich sehr spannend. Stay tuned! :)

Vielen Dank für das Interview!

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